Behutsamer Umgang mit alter Bausubstanz

Städtebaulich gesehen, dominiert zwar auf den ersten Blick die massive Betonbrücke über die Bahnanlage die Szene, doch der Blick des Betrachters bleibt sofort an der Fassade des denkmalgeschützten Bahnhofs haften. „Für uns war von Anfang an klar, dass man mit dem Gebäude behutsam umgehen muss“, so Peter Schindler, Architekt der Dombrowski Massivhaus Konzept GmbH. „Eine Aufstockung kam für uns daher von Anfang an nicht in Frage", so Schindler. Wenn eine Flächenerweiterung notwendig sei, dann durch einen Anbau, der mit einer Zäsur an den Altbau angefügt ist und dem alten Gebäudeteil Luft zum Atmen lässt.

Bevor das Projekt jedoch weiter vorangetrieben werden konnte, stand eine historische Erkundung auf dem Plan. "Es geht darum, die Bauweise unserer Altvorderen zu verstehen und diese in die neue Nutzung mit einzubeziehen. Es gilt Schäden festzustellen, welche im Verlauf der Jahrzehnte eingetreten sind, und wie diese behoben werden können", so Dombrowski-Architekt Peter Schindler. So wurde auch das Holztragwerk der Geschossdecken als auch des Dachstuhls gründlich von einem Fach-Ingenieur untersucht. Der Baugrund des alten Gebäudes wie der für den Neubau wurde gründlich analysiert. Sämtliche in der Erde verlegten Leitungssysteme wurden auf Beschädigungen überprüft.

"Die Bahnhöfe der ehemaligen großherzoglichen badischen Eisenbahnen sind allesamt massiv gebaut und waren für die damalige Zeit moderne, im Stil klassizistische Gebäude", erläutert Mohr. Sie seien nach einem nahezu einheitlichen Konzept errichtet worden, das heute noch an vielen Bahnhofsgebäuden in der Region ablesbar sei. "Sämtliche Wände sind aus Sandstein oder Backstein gemauert, die Decken als Holzbalkendecken ausgeführt. Auch sind die Gebäude in der Regel nur teilweise unterkellert", so der Architekt weiter.