"Seniorengerechtes Wohnen ab 60 in Betracht ziehen"

Das Leitungsteam der Sozialstation Letzenberg e.V.: Juliane Münch (Pflegedienstleitung), Esther Herrmann (stellvertretende Pflegedienstleitung) und Susanne Mayerl (stellvertretende Pflegedienstleitung, Qualitätsmanagement)

Seit wann gibt es die Sozialstation und wie viele Mitarbeiter sind im Einsatz?

Juliane Münch: Seit 1978 gibt es unseren ambulanten Pflegedienst in Trägerschaft der katholischen Kirchengemeinden unseres Einzugsgebietes in zwölf Gemeinden. Aktuell haben wir 160 Mitarbeiter in allen Bereichen und betreuen zirka 400 Patienten. Allein in Dielheim sind 57 Patienten in Pflege und Betreuung sowie 58 Patienten in medizinischer Versorgung. Unsere Mitarbeiter verfügen über fundierte Kenntnisse und durch Fortbildungen über einen hohen Qualitätsstandard.

Wo liegen ihre Tätigkeitsschwerpunkte?

Juliane Münch: Wir decken das gesamte pflegerische Spektrum ab, bieten Beratung, Versorgung, Ersatzpflege, Betreuung, betreutes Wohnen, Intensivpflege, Gesprächskreis, Hauskrankenpflegekurse, Schulung in der Häuslichkeit und Gruppentreffen für ältere Menschen. Als katholische Sozialstation verstehen wir unsere Arbeit auf dem Grundverständnis der Nächstenliebe.

Welche Vorteile bieten sich durch die Außenstelle der Sozialstation in Dielheim?

Esther Herrmann: Nach der ersten Außenstelle in Rauenberg entsteht in Dielheim eine weitere. Auch hier möchten wir Ansprechpartner sein, geben Beratungen und Informationen speziell für Dielheim. Jeder weiß, dass Familien heutzutage die Älteren nicht mehr so auffangen können wie früher und man lebt länger. Das haben die Gemeinden erkannt und handeln.

Susanne Mayerl: Wir sind näher dran an den Menschen und mit unseren Angeboten auf der Seite der Menschen. Die Präsenz vor Ort kann den Blick hin zum betreuten Wohnen schulen.

Juliane Münch: Die Bewohner der „Neuen Ortsmitte“ können unsere Hilfe ab dem Zeitpunkt in Anspruch nehmen wo es notwendig wird und individuell so viel wie nötig ist.

Wann ist ihrer Meinung nach der richtige Zeitpunkt über altersgerechtes Wohnen nachzudenken?

Juliane Münch: Betreutes Wohnen sollte man ab einem Alter von 60 Jahren in Betracht ziehen. Je älter desto isolierter fühlen sich Senioren, dagegen fördern seniorengerechte Wohnungen soziale Kontakte. So wird beispielsweise in der „Neuen Ortsmitte“ der Gemeinschaftsraum von Bewohnern, Vereinen und uns mit verschiedenen Angeboten genutzt.

Susanne Mayerl: Auf jeden Fall rechtzeitig einen Blick dafür haben und sich Gedanken darüber machen. Schön, dass die neue Wohnanlage in der Ortsmitte ist, da kann man in die Stadt zum Bäcker und Metzger gehen und nebendran sind die Kinder. Ein Miteinander das man genießen kann. Der Bedarf ist da und wird immer größer.

Welche Möglichkeiten sehen Sie gemäß ihrem Motto „Gemeinsam geht es leichter“?

Juliane Münch: Im Zeitalter des demografischen Wandels wollen wir Menschen begegnen und sie mit vielfältigen Möglichkeiten unterstützen. Wir bieten aktiv wichtige Angebote sowie eine gute und wertneutrale Beratung in schwierigen Situationen im Alltag von alten, kranken sowie behinderten Menschen.