16.06.2015

Eberbach, „Rosenturm-Quartier“:
Baustellenbericht Nr. 1

Bericht über den Fortgang der Arbeiten - Baustelleninformationstag am Donnerstag, 18. Juni, von 10 bis 12 Uhr

Die Bauvorbereitung

Der Schotterplatz, wie ihn die Eberbacher nennen, nimmt in der jüngeren Stadtgeschichte von Eberbach bereits einen breiten Raum ein, da die Frage, was mit diesem Gelände geschehen soll, ob es ein "Filet-Stück" ist oder nicht, ob es lieber ein Parkplatz bleiben oder bebaut werden soll und im Gemeinderat und in der Bevölkerung über mehrere Jahre immer wieder diskutiert wurde.

Aber nun sind die Entscheidungen gefallen. Der Schotterplatz wird bebaut mit dem "Rosenturm-Quartier" und die Bauvorbereitungen sind durchzuführen. In Gesprächsrunden mit der Stadtverwaltung, dem Ordnungsamt und den Stadtwerken wird die zukünftige Baustelleneinrichtung festgelegt. Da das Grundstück von zwei Straßen - der Brückenstraße und der Neckarstraße - umschlossen ist, wird auch die Verkehrsführung um das Grundstück herum beeinflusst. Mehrere Varianten werden durchgesprochen. Hierbei gilt es nicht nur Rücksicht zu nehmen auf die Baustelle "Rosenturm-Quartier", sondern auch auf andere Baustellen im Stadtgebiet Eberbachs. Wo gehobelt wird, fallen Spähne und so ist es auch auf Baustellen. Für die Nachbarn bedeutet dies eine Veränderung, da für die Bauzeit z. B. der Zugang zum Haus sowie die Parkierung auf der Straße eingeschränkt wird. Dombrowski Massivhaus Konzept GmbH macht eine Informationsveranstaltung und informiert die Nachbarn.

Die zukünftigen Bauarbeiten sind schon heftig, denn es geht um Erdarbeiten, um Abbrucharbeiten und um Pfahlgründungsarbeiten. Aus diesem Grund ist es richtig und sinnvoll, dass in einer Bestandsaufnahme und in einer Beweissicherung der Zustand der umgebenden Nachbargebäude aufgenommen wird. Kai Felber, der Bauleiter der Firma Dombrowski Massivhaus Konzept GmbH, steht hier vor einer organisatorischen Aufgabe, welche systematisch umzusetzen ist. Denn es gilt nahezu 20 Gebäude aufzunehmen, fotografisch aber auch textlich in einem Protokoll, schließlich soll ja auch wenn wirklich mal etwas passiert, alles seine Richtigkeit haben. In mehreren Wochen wird der Gebäudebestand der einzelnen Gebäude an der Neckarstraße, aber auch an der Brückenstraße und den anliegenden Gässchen an der Altstadt aufgenommen. Mit den Eigentümern wird gesprochen, Fotos werden erstellt und Protokolle werden ausgeführt. Das Ergebnis sind umfangreiche Dateien. Diese werden bei der Stadt Eberbach und bei der Versicherung hinterlegt, für den Fall dass mal etwas passiert.

Soweit nun dieser Schritt abgeschlossen ist, kann mit den Erd- und Abbrucharbeiten begonnen werden. Für die Firma PGM, Eberbach, Herrn Gerhard Münch ist dies eine anspruchsvolle Aufgabe. Als Eberbacher kennt er den Schotterplatz noch wie er bebaut war, nämlich mit einem Möbelhaus, mit einer Autowerkstatt, mit einer Straße, mit einer Brauerei und einigen alten Fachwerkhäusern.

Zusammen mit dem Vermessungsbüro Schwing & Dr. Neureither werden die Grenzen des Grundstücks abgesteckt. Dies ist die Grundlage für die Erdarbeiten und auch für die Abbrucharbeiten der Fundamente. Gleich am Anfang im nordöstlichen Bereich des Grundstücks, dort wo früher die alte Rosenturm-Brauerei stand, werden auch schon die ersten alten Keller und Fundamente angetroffen. Aber mit dem gut ausgestatteten Maschinenpark der Firma Münch lässt sich dies bewältigen. Die Kellerfundamente werden abgebrochen, die Steine zerkleinert und der Schotter, der dem Platz früher seinen Namen gab, wird sogar wieder verwendet und im Untergrund eingebaut.

Schon bald sind die Konturen des zukünftigen Gebäudes zu erkennen, der höherliegende Kellertrakt und der tieferliegende Tiefgaragenteil. Auch dort, wo später einmal die Treppenhäuser hinkommen, ist für die Fachkundigen bald erkennbar. Die Baustelle wird eingezäunt.

Teilweise gilt es auch alte Leitungen, die nicht mehr benutzt werden, zu entfernen und es gilt ein Stück alte Straße, nämlich die ehemalige Brückenstraße, die früher mehr in nördlicher Richtung lag, aufzubrechen und abzubauen. Das Gelände ist geringfügig kontaminiert. Aus diesem Grund wird die Erde geprüft, untersucht und in einzelne Häufchen gruppiert, bevor sie abgefahren wird.

Die Pfahlgründung

Für die Geologen ist es eine vertraute Tatsache, denn vor vielen tausend Jahren hat der Neckar sich in das Tal eingegraben und auf dem felsigen Untergrund weiche Erde angeschwemmt und so das Neckartal aufgeschwemmt. Auch wenn die Oberfläche tragfähig erscheint, so ist doch der Untergrund äußerst weich und sensibel bevor der Fels kommt. Dieser Zwischenraum muss überbrückt werden und das können bis zu 10 oder 12 m sein. Notwendig ist die Herstellung einer Pfahlgründung aus Betonsäulen, welche die Verbindung zwischen dem Fels in ca. 10 m Tiefe und der Fundamentsohle herstellen.

Die Firma Dombrowski Massivhaus Konzept GmbH hat damit die Firma Jacbo beauftragt. Die Firma Jacbo ist ein niederländisch-deutsches Spezialunternehmen für Tiefgründungen und verschiedene Bohrpfahlausführungen.

Die Voruntersuchungen, die statische Berechnung für die Pfähle und die Ausführung liegen in den Händen der Fachleute der Firma Jacbo. Mit modernster Technik wird diese anspruchsvolle Aufgabenstellung umgesetzt. Die Einmessung der Pfähle erfolgt per GPS durch den Vermessungsingenieur der Firma Jacbo. Die Pfähle werden mit kleinen Markierungsbändern auf dem Boden der Baugrube markiert. Das Jacbo-Team sind Niederländer, welche in ganz Europa von Baustelle zu Baustelle reisen, um dort die Pfahlgründungen auszuführen. Ein schwerer Bagger und Bohrgerät führen die eigentlichen Bohrungen durch. Daneben steht eine Betonpumpe, welche beim Hochziehen des Bohrers den Beton in den Pfahl einbringt. Ein weiterer Bagger hilft beim Zwischentransport und beim Entfernen der Erde. 5 Mann arbeiten 10 Stunden am Tag und stellen in der Regel 10 – 20 Pfähle am Tag her. Das Ganze ist eine Aufgabe, welche sehr sorgfältig und mit viel Erfahrung durchzuführen ist, aber auch in Bezug auf Logistik und Materialbeistellung (Stahl und Beton) sehr anspruchsvoll ist.

Schon nach den ersten Pfählen ist zu erkennen: Die Firma Münch hat gute Vorarbeit geleistet, das Baufeld ist von groben Hindernissen geräumt, die Bohrarbeiten können ohne große Unterbrechnungen durchgeführt werden. Kai Felber ist mit dem Baufortschritt zufrieden. Wenn es so läuft, dann sind die Pfahlarbeiten in 14 Tagen fertig. Er kümmert sich um die Sicherheit auf der Baustelle, um die Sicherheit des Grundstücks und um den reibungslosen An- und Abtransport der Erde und der Baumaterialien wie Baustahl, Beton usw.

Kai Felber hält auch den Kontakt zum Statiker, Herrn Krupp – Ingenieurbüro Krupp aus Zuzenhausen sowie zum Prüfstatiker, Herrn Diener – Büro Bräuer + Späh aus Mannheim.

Das Interesse der Bevölkerung an der Durchführung der Arbeiten ist sehr groß. Es gibt immer viele Zuschauer, wenn die großen Geräte in Arbeit sind. Aus diesem Grund veranstaltet die Firma Dombrowski Massivhaus Konzept GmbH auch einen Baustelleninformationstag am Donnerstag, den 18.06.2015, von 10.00 bis 12.00 Uhr, bei dem erklärt wird, wie die Arbeiten durchgeführt werden.